Presse

Aktuelle Pressemitteilungen der
Gottlob-Frick-Gesellschaft e. V.

Neuste Mitteilungen:

 

Gottlob-Frick-Medaille 2016 ging an

Fachzeitschrift Fono Forum und den Herausgeber Reiner H. Nitschke

 

Medaillenverleihung 2016 kl

Im Jahre des 60 jährigen Bestehens wurde eine der ältesten und anerkanntesten Fachzeitschriften für Klassik, Jazz und HIFI mit ihrem Herausgeber Reiner H. Nitschke und dem Redaktionsteam durch die Verleihung der Gottlob-Frick-Medaille in Gold für ihre vielfältigen Verdienste geehrt.

Walter Facius gründete in Köln das Fono Forum und brachte 1956 die erste Nummer der Zeitschrift heraus. In all den Jahren des Erscheinens bewährte sich das Konzept mit Interviews, Kolumnen, Porträts, Technik-Empfehlungen und als Herzstück dem umfangreichen Rezensionsteil. Selbstverständlich wurde die grafische Gestaltung, der Inhalt und das äußere Erscheinungsbild  regelmäßig den geänderten Erwartungen angepasst. Ein Meilenstein in der Entwicklung war 1963 die erste Verleihung des „Preises der deutschen Schallplattenkritik“ durch Fono Forum.

Für den langfristigen Erfolg ist sicherlich mit entscheidend, dass die Zeitschrift immer das Glück hatte, idealistisch gesinnte Verleger zu haben. Auf die Frage, warum der Herausgeber Fono Forum überhaupt noch mache, antwortete Reiner H. Nitschke „Aus Liebe zur Musik“. Auch bei der Heftkonzeption will der Verleger der Trilogie Klassik, Jazz und HIFI treu bleiben. Diese klare Konzeption und der Wille von Nitschke, das Magazin trotz Internet als Printmedium zu erhalten, sind Alleinstellungsmerkmale des Fono Forum. Da die Zeitschrift sich ständig auch um Gedenken an Legenden der Klassik und Oper in vielfältigen Beiträgen bemüht und engagiert gegen alle Einschränkungen im Klassik- und Opernbereich kämpft, verbinden sich diese Haltungen mit den Zielsetzungen der Gottlob-Frick-Gesellschaft.

Für die besonderen Verdienste in den Bereichen Opernschaffen, klassischer Musik, Tonträgerproduktion und Fachjournalismus hat die Gottlob-Frick-Gesellschaft dem Fono Forum mit Überzeugung und Freude die Gottlob-Frick-Medaille in Gold verliehen.

————————————————————————————————————————–

Der Zauber der italienischen Oper

-Konzert beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft –

Das erste Lob gebührt den Programmmachern: Gelang es ihnen doch, ein verführerisches Menü mit 13 Gängen zusammenzustellen. Opulente Stücke wechselten mit genussvollen Appetithappen, ein echtes italienisches  Festmahl. Weitere Anerkennung  verdienen die Mitwirkenden und der Veranstalter, dass es ihnen gelang, die Erlentalhalle in Ötisheim trotz räumlicher und akustischer Einschränkungen – die Orchestermusiker saßen z. B. beängstigend eng –  zum akzeptablen  Konzertsaal zu verwandeln.

Bereits die unvergängliche Ouvertüre aus „Die Macht des Schicksals“ ließ aufhorchen. Unter der Leitung des Dirigenten Alois Seidelmeier gelang dem Heilbronner Sinfonie Orchester eine gelungene Wiedergabe. Zarte Streicherklänge wechselten mit strahlenden Blechbläserakkorden. Der ganze melodische Reichtum dieser Bravourouvertüre von Verdi wurde mit durchsichtiger Transparenz, strahlendem Forte und markanten Akzenten präzise durchgeformt zum Klingen gebracht. Bereits beim Einleitungsstück anhaltender Applaus und Bravorufe. Das Orchester bewährte sich in der sensiblen Sängerbegleitung genau so wie  in den  weiteren reinen Orchesterstücken, dem „Preludio Sinfonico“ einem selten gehörten Erstlingswerk von Puccini und „La Tregenda“ aus der Oper „Le Villi“. In diesem Hexentanz ließ der ansonsten straff leitende Dirigent seine Musiker von der Leine. Das Orchester nahm diese Freiheiten gerne an und servierte mit Schwung und Spielwitz dieses vor Temperament überschäumende Stück.

Melba Ramos, eine amerikanische Sängerin, die in Wien zur gefeierten Diva heranreifte, verfügt über eine voluminöse Stimme, die in allen Lagen hervorragend anspricht. Der in den tieferen Lagen dunkel getönte Sopran entwickelt mühelos strahlenden Glanz in der Höhe. Alle Töne klingen leicht, frei und niemals schrill oder angestrengt. Diese stimmlichen Möglichkeiten gepaart mit enormer Wandlungsfähigkeit befähigten Melba Ramos, in den so unterschiedlichen Rollen dieses Konzertabends Bestleistungen zu präsentieren. Besonders überzeugend und teilweise anrührend ist ihre mimische Ausdrucksfähigkeit. Mit großer Emotionalität gestaltet sie die „Todesarie der Amelia“ aus Verdis „Ein Maskenball“. Glaubhaft und makellos schön  strömte das „Gebet der Tosca.“ Mit Wucht und dramatischer Stärke gelingt ihr der verzweifelte Abschied der Wally in Catalanis gleichnamiger Oper. Mit perfekter Mezza voce- Kultur und innig  gestaltet sie die zarte Bohème-Mimi. Allerdings fällt es schwer zu glauben, dass diese Mimi an Schwindsucht sterben wird.

Melba Ramos schenkt weitgehend  Erfüllung. Bei ihrem jungen gerade einmal vierundzwanzig Jahre alten Tenorpartner Riccardo Rados ist vieles noch Versprechen, aber mit den  glänzenden Aussichten eines begnadeten Talents. Der junge Sänger besticht durch eine unverbrauchte, gut fokussierte Stimme, ein betörend schönes Timbre und jugendlichen Schmelz. Rados verfügt über perfektes Legato und hohe Belcantokultur. Er gestaltet variabel und singt erstaunlich differenziert mit hoher Bühnenausstrahlung.

Schon  mit der Auftrittsarie des Cavaradossi „Und es leuchten die Sterne“  aus Verdis „Tosca“ eroberte er das Publikum im Sturm.  Mit leichter Höhe und leuchtenden Spitzentönen besang er das „eiskalte Händchen“ und becircte sowohl die umworbene Mimi als auch die Damen im Publikum.

Vollends begeisterte Riccardo Rados mit dem Tenorreißer „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot.“ Die seelenvollste  Darbietung gelang dem jungen Tenor jedoch in der von Todesahnung geprägten Klage des Romeo aus der selten gespielten Oper „Romeo und Julia“ von Riccardo Zandonai.

Die beiden Duette waren sicherlich als Höhepunkte geplant – und sie  erfüllten diese Erwartungen: In innigem Werben vereinigen sich die prachtvollen Stimmen von Melba Ramos und Riccardo Rados im Liebesduett „O Du süßestes Mädchen“ aus Puccinis „La Bohème“. Zum virtuos gesteigerten gesanglichen und darstellerischen Höhepunkt kulminierte das leidenschaftlich vorgetragene Liebesglück im Duett „Mädchen mit deinen Augen voller Zauber“ aus Puccinis „Madame Butterfly“.  Die nicht enden wollenden Beifallsstürme des Publikums  wurden mit dem Klangrausch des Trinklieds und Duetts „Auf schlürfet in durstigen Zügen“ aus Verdis „La Traviata“ belohnt.

Insgesamt ein beglückender   Opernabend mit Melba Ramos, einer sicherlich im Zenit ihres Könnens stehenden Sopranistin und Riccardo Rados, einem entwicklungsfähigen  Tenorjuwel, das noch zu vollem Glanz geschliffen werden muss und bei dessen Entwicklung sorgfältig darauf geachtet werden sollte, dass dieses hoffnungsvolle Talent nicht zu schnell in schweren Partien verschlissen wird. Trotz der ausgezeichneten Leistungen der Sängersolisten gehört der Lorbeer jedoch dem Heilbronner Sinfonie Orchester und vor allem dem souverän leitenden Dirigenten Alois Seidelmeier. Seine Prägnanz, sein Feuer und seine   Eleganz  am Pult schufen die Brillanz des musikalischen Höhenfluges.

Ingo Kardos

- Die Gottlob-Frick-Gesellschaft hat einen neuen Präsidenten und einen Ehrenpräsidenten
   noch dazu!

- Künstlertreffen 2014- Das Operndörfle Ölbronn im Glanz der großen Namen, Ingo Kardos

- Festival junger Stimmen 2013

- Künstlertreffen 2012- Wagner faszinierte in Mühlacker – 16.12.2012 (pdf)

- Künstlertreffen 2011- Musikalischer Genuss aus einem Guss – 01.11.2011 (pdf)

- Pressebericht zur Mitgliederversammlung 2011 – 16.07.2011 (pdf)

- Presseberichte zum Künstertreffen 2010 – 15.12.2010 (pdf)

- Presseberichte zur Martinee 2010 – 15.12.2010 (pdf)

- Pressebericht Konzert 2010 von Ingo Kardas – 12.11.2010 (pdf)

Pressemitteilungs-Archiv

→ zum Archiv